Post-Quantum-Kryptographie: Warum Unternehmen jetzt handeln müssen
Quantencomputer, die heute existierende RSA- und ECC-Verschlüsselung brechen können, sind keine Fiktion mehr – sie sind eine Frage des Zeitrahmens. Das National Institute of Standards and Technology (NIST) hat im August 2024 die ersten Post-Quantum-Standards finalisiert. Wer erst reagiert, wenn Quantencomputer einsatzbereit sind, hat den Vorsprung für die Migration bereits verspielt.
Das „Harvest Now, Decrypt Later“-Problem
Staatliche Akteure und gut organisierte Angreifer sammeln bereits heute verschlüsselte Datenpakete, um sie zu einem späteren Zeitpunkt mit Quantencomputern zu entschlüsseln. Das betrifft besonders langlebige Daten: Verträge, Patente, Personaldaten, Produktionsgeheimnisse.
Für Betreiber kritischer Infrastruktur – Energie, Wasser, Telekommunikation – ist das keine akademische Bedrohung. Es ist die Realität von übermorgen, auf die heute reagiert werden muss.
Die neuen NIST-Standards: ML-DSA und ML-KEM
NIST hat folgende Standards finalisiert:
- ML-KEM (FIPS 203, CRYSTALS-Kyber): Schlüsselaustausch und Verschlüsselung
- ML-DSA (FIPS 204, CRYSTALS-Dilithium): Digitale Signaturen
- SLH-DSA (FIPS 205, SPHINCS+): Signaturverfahren ohne Gitterbasis
Diese Algorithmen sind so konzipiert, dass sie auch gegen Angriffe mit Shors Algorithmus auf Quantencomputern sicher bleiben.
Was NIS2 und KRITIS verlangen
Artikel 21 der NIS2-Richtlinie verlangt Konzepte und Verfahren für den Einsatz von Kryptographie und gegebenenfalls Verschlüsselung. Die BSI TR-02102 gibt dazu konkrete Empfehlungen für den deutschen Raum. Eine Pflicht, heute auf ML-KEM oder ML-DSA zu migrieren, folgt daraus nicht – verlangt ist eine risikobasierte Kryptographie-Politik. Genau deshalb ist die entscheidende Frage nicht, welches Verfahren Sie heute einsetzen, sondern ob Sie es wechseln können, ohne die Anwendung anzufassen.
Wir helfen Ihnen bei FIPS-140-3-konformen Implementierungen, Performance-Benchmarks und der Audit-Dokumentation.
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Rechtsstand: 24.08.2026 · zuletzt fachlich geprüft am 24.08.2026
Quellen: Richtlinie (EU) 2022/2555, Artikel 21 · Durchführungsverordnung (EU) 2024/2690 · NIST CMVP · BSI TR-02102
Regulatorische Aussagen altern. Wer diesen Beitrag nach dem oben genannten Datum liest, prüft die Rechtslage bitte an der Primärquelle nach.
